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Flüchtlinge in Wohngemeinschaften - wie geht das?

Liebe Michendorfer*innen,

können geflüchtete Menschen in Deutschland eigentlich auch in privaten Wohngemeinschaften wohnen statt in Massenunterkünften?! …. Ja, das können sie!

Sie überlegen, ob Sie ein oder mehrere private(s) Zimmer an Flüchtlinge vermieten können - in Form einer „Mitwohnmöglichkeit“ im ansonsten selbst genutzten Haus oder einer Wohnung? Das heißt: Sie können keine abgeschlossene Wohnung für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, möchten aber Ihren eigenen Wohnraum mit Flüchtlingen teilen in Form einer „Wohngemeinschaft“?

So erleichtern Sie Flüchtlingen das Ankommen und Zurechtfinden in unserer Gesellschaft. Sie unterstützen das Erlernen der deutschen Sprache und gewinnen selbst sicher viele Einblicke in die Situation der neu angekommenen Nachbar*innen. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark (als die Körperschaft, die den Wohnraum zuweist) ermöglicht das, allerdings müssen hierfür ein paar Rahmenbedingungen beachtet werden, die wir recherchiert haben:

• Es dürfen nur Flüchtlinge aufgenommen werden, die bereits im Landkreis Potsdam-Mittelmark gemeldet sind.  Wer also derzeit z.B. in Potsdam, Teltow-Fläming oder Berlin gemeldet ist, kann nicht nach Potsdam-Mittelmark umziehen. Flüchtlinge müssen vor einem Umzug in eine Privatwohnung vorher jedoch nicht eine bestimmte Zeit in Sammelunterkünften verbracht haben.

• In jedem Einzelfall muss vor einem Umzug zunächst immer die Zustimmung der Ausländerbehörde eingeholt werden! Diese wird ggf. nur mit Hinsicht auf den Status des Verfahrens erteilt. Ein Flüchtling, der mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt werden und eine Ausreiseaufforderung erhalten wird, hat hier in der Regel kaum Chancen.

• Der Abschluss eines „offiziellen“ Mietvertrages ist erwünscht. Dieser Vertrag wird direkt zwischen Flüchtling/ Asylbewerber*in und Vermieter*in abgeschlossen. Der Landkreis tritt nicht als Vertragspartner auf. Eine Befristung ist grundsätzlich möglich, aber nicht wünschenswert. Dem Flüchtling sollte eine langfristige Perspektive gegeben werden.

• Die Mindest-Quadratmeterzahl für einen eigenen Wohnraum beträgt 6 qm pro Person. Darüber hinaus kann – und sollte auch – im Mietvertrag festgehalten werden, welche Form der Mitnutzung für weitere Räume (Küche, Bad, Wohnzimmer o.ä.) gelten soll.

• Die Wohnung wird im Einzelfall vom Sozialamt/ Jobcenter oder anderen Vertretern des Landkreises vorab besichtigt werden, um die Eignung zu prüfen und die genaue Miethöhe festzulegen.

• Eine Mietzahlung kann grundsätzlich vom Landkreis übernommen werden. Dies hängt jedoch im Einzelfall vom Status der/des Asylbewerber*in ab und die zuständige Behörde muss vorab geklärt und einbezogen werden. Ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen, und die Person bezieht noch Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz, ist das Sozialamt zuständig. Ist die Person bereits als Asylbewerber*in anerkannt, ist das Jobcenter zuständig. Im Allgemeinen gilt ein Mietzins von ca. 5 Euro pro Quadratmeter. Für die Mitnutzung von Gemeinschaftsräumen kann eine Pauschale festgelegt werden. Standardmäßig gilt für eine Wohnung eine Größe von bis zu 50 qm als angemessen, d.h. es ergäbe sich bei einer Nutzung in dieser Größenordnung eine Miete von ca. 250,- Euro.

• Was geschieht, wenn das Zusammenwohnen nicht „funktioniert“? Der Flüchtling muss sich dann ggf. selbst eine andere private Unterkunft suchen, d.h. er kann ggf. nicht „zurückziehen“ in eine Sammel-Unterkunft. Vor einem weiteren Umzug muss erneut die Genehmigung der Ausländerbehörde und des Jobcenters/ Sozialamts in Bezug auf die Kostenübernahme eingeholt werden. Der Umzug muss schriftlich begründet werden.

Bitte verhandeln Sie direkt mit dem Landkreis, wenn Sie Wohnraum vermieten möchten – hierfür können Sie folgende Mailadress nutzen:

Asyl@potsdam-mittelmark.de

Bitte informieren Sie uns gerne parallel. Wir wissen, dass die Bearbeitungszeit auf den zuständigen Ämtern derzeit sehr lang sein kann. Auch wenn Sie dem Landkreis in den letzten Wochen oder Monaten bereits eine Wohnung oder ein Zimmer gemeldet haben, freuen wir uns über eine Rückmeldung.

(Den Inhalt dieser Mail finden Sie auch online.) 

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Ihre Arbeitsgruppe Flüchtlinge in Michendorf

c/o
Evangelisches Pfarramt Neu Langerwisch
Neu-Langerwisch 12
14552 Michendorf OT Langerwisch

 mail@ag-fim.de