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Offene Gesprächskreise zum Deutschlernen und mehr, außerdem:

Ibrahim sucht Familie

Liebe Michendorfer*innen,

derweil das SensConvent auf seine neuen BewohnerInnen wartet, sind wir als AG FiM nicht untätig: wir knüpfen weiter die Netze zu den Nachbarn und möchten mit dieser Mail erneut konkret werben: viele NeuSeddiner freuen sich über Sprachpatenschaften und Ibrahim aus Caputh sucht eine neue Famile:  

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Sprachpatinnen und Sprachpaten gesucht

Am 8. April hatte die „Initiative Netzwerk Neue Nachbarn am Seddiner See“zum Workshop eingeladen, leckeres libanesisches Essen inclusive: „Wie geht es weiter mit der Integration in Seddiner See?“ Viele Themen wurden debattiert, vor allem eines jedoch wurde überwältigend deutlich: Der Wunsch nach Begegnung und Kennenlernen ist und bleibt groß!

Weit über 100 „Neue Nachbarn“ leben derzeit in Seddin, im Wohnheim und teilweise bereits in privaten Wohnungen. Alle „neuen Nachbarn“ wünschen sich mehr Kontakt mit den Einheimischen, ob aus und in Seddin oder Michendorf. Viele Geflüchtete kommen nur für die Deutschkurse aus Seddin heraus, und in den Kursen treffen sie natürlich kaum auf Deutsche. Fast alle würden gerne auch zu uns nach Michendorf kommen, wenn hier Kennenlernen, Gespräche, Deutsch-Üben möglich sind oder auch einzelne Angebote für gemeinsame Aktivitäten bestehen. Dringend gesucht sind also weitere „Sprachpaten“! - Menschen, die ein wenig ihrer Zeit teilen wollen, um den Geflüchteten das Ankommen in unserer Mitte zu erleichtern: 

• Können Sie sich z.B. vorstellen, regelmäßig einmal in der Woche gemeinsam mit den neuen Nachbarn Deutsch zu sprechen? Ob in freiem Austausch oder als gezielte Hausaufgabenhilfe oder Grammatik-Nachhilfe... Im Georgshaus, im Cafe, zuhause?

• Vielleicht planen Sie am Wochenende eine Wanderung, eine Radtour oder einen Spiele-Nachmittag und laden dazu einfach jemanden ein? Das Deutschüben geht dann ganz nebenbei...

• Vielleicht spielen Sie Fußball oder Klavier und könnten sich vorstellen, einen „neuen Nachbarn“ daran teilhaben zu lassen? Jemanden mitnehmen zum Sportplatz, oder mal zuhause vierhändig die Bachkantate spielen…???

• Vielleicht haben Sie sogar ab und an die Zeit und Lust, jemanden bei einem Termin zum Amt, einer Beratungsstelle o.ä. zu begleiten? Vielleicht wollten Sie schon immer mal herausfinden, wie man einen Wohnberechtigungsschein beantragt, ein Dokument beglaubigen lassen oder sich für einen Studienplatz bewerben kann? Die Unterstützung eines Geflüchteten kann so ganz nebenbei auf ungeahnte Weise unsere Erfahrungen bereichern... und Deutschüben ist garantiert.

Es gibt so vieles, was wir zusammen machen können – auch wenn der Wortschatz am Anfang noch nicht so groß ist! Umso größer ist die gemeinsame Freude über neu Gelerntes. 

Offene Gesprächskreise zum Deutschlernen und mehr: Seien Sie dabei! 

In Michendorf haben sich seit einigen Wochen bereits „Sprach-Tandems“ und kleine Gruppen zusammengefunden. Möglichst je ein oder zwei „neue“ und „alte“ Nachbarn treffen sich dort regelmäßig, teils im Haus St. Georg, teils in privaten Wohnungen. Einmal im Monat wollen alle zusammenkommen.

Der nächste Termin in diesem Rahmen findet statt am Donnerstag, 27. April von 18 bis 20 h im Haus St. Georg, Langerwischer Straße 27a, Michendorf (bei der Bücherzelle).

Wir laden Sie herzlichst ein – kommen Sie dazu! Hier haben Sie die Möglichkeit, Nachbarn verschiedener Kulturen kennenzulernen und sich bei gegenseitiger Sympathie für weiteres zu verabreden. Durch den Austausch aller „Tandems“ und Kleingruppen sammeln wir Ideen und können uns immer wieder flexibel neu verabreden.

Weitere Informationen erhalten Sie vorab von: Herrn Klockenbusch (Ehrenamtskoordinator Geflüchtetenarbeit) M.Klockenbusch@caritas-brandenburg.de, tel: 0162 295 7998

Über eine Anmeldung vorab würden wir uns sehr freuen, damit wir möglichst für eine ausgewogene Mischung von Gästen sorgen können.

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Ibrahim sucht eine neue Familie 

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Ibrahim. Ich bin 17 Jahre alt und komme aus Syrien. Vor 15 Monaten bin ich ohne meine Eltern nach Deutschland gekommen. Jetzt wohne ich im Ankerhaus in Caputh und die Betreuer sind sehr hilfsbereit. Aber ich wünsche mir ein richtiges Zuhause.  

Ich möchte gerne in einer deutschen Familie leben. So kann ich mehr Kontakt zu deutschen Menschen und ihrer Kultur haben und die deutsche Sprache noch besser lernen. Ich möchte zur Schule gehen und eine Ausbildung machen. Ich suche ein Zuhause, vielleicht möchten Sie mir bei der Suche helfen. Vielleicht kann ich Ihnen auch irgendwie helfen.

Ich danke Ihnen, Ibrahim

Liebe AG FiM- Interessierte,

seit einigen Wochen treffe ich Ibrahim regelmäßig und wir können über viele Dinge reden, lachen und uns austauschen. Ibrahim ist ein selbstbestimmter, freundlicher, humorvoller Jugendlicher, manchmal etwas aufbrausend und sehr interessiert an Kontakt und guten Gesprächen. Wie jeder Jugendliche benötigt Ibrahim im Zusammensein klare Regeln, ein offenes Ohr, gemeinsame Zeit und ausreichend individuelle Spielräume.

Ibrahim hat noch vier Geschwister und seine Eltern leben in Damaskus. Seine Reise nach Deutschland und sein Ankommen waren nicht unkompliziert und einige Erlebnisse müssen geordnet und eingeordnet werden.

Ibrahim wird nach dem Sommer eine 10. Klasse in Potsdam besuchen. Aktuell bemühe ich mich um die Vormundschaft und bekomme eine sehr große Unterstützung der Kollegin George-Seyda aus dem Ankerhaus in Caputh.

Wenn Sie die Chance haben, für Ibrahim ein neues Zuhause zu bieten, melden Sie sich bitte bei mir: 

Christine Rössel, info@christineroessel.de, 033205.64000

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Zum Schluss: die Situation der Flüchtenden am und auf dem Mittelmeer ist nach wie vor dramatisch. Sehr gute Informationen aus erster Hand hierzu erhalten Sie auf der Homepage von Sea-Watch

Bei Fragen und Anmerkungen gilt wie immer: Senden Sie uns gern eine Mail!

Ihre Arbeitsgruppe Flüchtlinge in Michendorf

c/o
Evangelisches Pfarramt Neu Langerwisch
Neu-Langerwisch 12
14552 Michendorf OT Langerwisch